Welches Ziel hat diese Website?

Wir wollen wissenschaftliche Diskussionen und politische Praxis enger verbinden. Konkret geht es uns dabei um das Thema Intersektionalität, das sowohl ein wissenschaftliches Konzept als auch eine gelebte aktivistische Praxis darstellt. Thematischer Ausgangspunkt dieser Seite sind die Inhalte des Seminars ‚Das et cetera der Intersektionalität – Theorie und Praxis‘, welches zum ersten Mal im Wintersemester 2021/22 an der FU Berlin stattfindet.
Als Informationssammlung und als Forum zum Austausch und zum Weiterdenken der Themen möchte diese Webseite dazu beitragen, dass Wissenschaft praktisch wird.

Was bedeutet Intersektionalität für unser Projekt?

Intersektionalität kommt als Ansatz aus den sozialen Bewegungen und ist als solche getragen von den Menschen, die sich im Kampf um soziale Gerechtigkeit politisch organisieren. Für dieses Forum bedeutet dies, dass die geteilten Informationen und Inhalte einen akademischen Rahmen durchbrechen müssen und mehr Menschen die Möglichkeit erhalten, sich zu diesen Themen auszutauschen und sich politisch zu organisieren. Intersektionalität als politische Praxis macht es möglich, verschiedene soziale Kämpfe miteinander zu verbinden und zusammen zu denken. Das heißt auch, dass neben der Kritik an Patriarchat, Kapitalismus und Rassismus und ihrer Verflechtungen darüber nachgedacht werden kann, welche anderen Formen der Unterdrückung im Leben von Menschen eine Rolle spielen. Ob eine breite Ausweitung dabei sinnvoll, hilfreich und überhaupt möglich ist, diese Frage soll selbst Teil der kritischen Auseinandersetzung auf dieser Plattform sein. Wer sich machtkritisch mit verschiedenen Formen der Diskriminierung auseinandersetzt sollte sich auch mit den Beiträgen Schwarzer Feministinnen und anderer mehrfach marginalisierter Menschen und ihrem politischen Kampf auseinandersetzen. Intersektionalität war lange politische Realität und Praxis, bevor die Wissenschaft einen Namen dafür gefunden hatte. Es gilt deshalb in der Debatte, diese Geschichte immer wieder als Ausgangspunkt mitzudenken und kritisch zu bleiben im Austausch und beim Versuch, das Konzept weiter zu denken und auszuweiten.

Mit welchen Themen beschäftigt sich diese Seite?

Das Seminar ‚Das et cetera der Intersektionalität – Theorie und Praxis‘ beschäftigt sich sowohl mit den klassischen Kategorisierungen Gender, Race und Class als auch mit der Frage, ob Intersektionalität auch für die Kritik an weiteren Diskriminierungsformen anwendbar und somit praktisch ist. So zum Beispiel in den Bereichen (Dis)Ability, Antisemitismus, Säkularismus und Religion, sowie Lookismus und deren Verschränkungen. Darüber hinaus geht es um die Praxis von kritischer Reflektion der eigenen Positionierung in der Welt und der Gesellschaft, wo Themen der kritischen Männlichkeit(en), der Critical Whiteness und der Klassenprivilegierung nicht fehlen dürfen. Im dritten Teilbereich soll es darum gehen, wie Veränderung konkret wird. Dazu werden Aktivistinnen, Wissenschaftlerinnen und solche Personen, die eine Praxis bezüglich Intersektionalität bereits umsetzen, dazu eingeladen miteinander in den Austausch zu treten.

Für wen ist diese Website?

Dieser Blog bietet die Möglichkeit, sich zu informieren und mitzureden. Als offene Plattform startet er mit dem Ziel, ein niedrigschwelliges Online-Angebot zur Politischen Bildung und zum politischen Austausch zu machen und dabei Brücken zu schlagen zwischen Theorie und politischer Praxis. Es ist uns wichtig, den Ausschluss, den die Universität und Wissenschaften produzieren, zu durchbrechen. Die Einladung zur Teilhabe und Nutzung dieses Angebots richtet sich deshalb vor allem an Personen, die nicht unbedingt Teil der Universität sind und besonders auch an die, die Erfahrungen aus ihrer politischen Praxis mitbringen.

Wer sind wir?

Die Fachschaftsinitiative des Studiengangs „Gender, Intersektionalität und Politik“ (kurz: FSI GIP) an der Freien Universität Berlin hat das Seminar organisiert und betreut auch diese Website. Die Inhalte stammen teils von Mitgliedern der FSI GIP, teils von Teilnehmer*innen des Seminars. Wenn ihr mehr wissen wollt, besucht gerne die Homepage der FSI GIP: https://fsigip.wordpress.com/